Xiphinema index

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Xiphinema index
Thorne & Allen, 1950
Synonyme
Dagger nematode
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Xiphinema index
Systematik
Stamm Fadenwürmer
Nematoda
Klasse Adenophorea
Ordnung Dorylaimida
Familie Longidoridae
Gattung Xiphinema


Xiphinema index gehört zu einer Gattung ektoparasitär lebender, pflanzenparasitärer Nematoden, die im englischen als Dagger nematode bezeichnet wird. Dieser Nematode ist durch die Übertragung des Grapevine fanleaf virus (GFLV), dem Auslöser der Reisigkrankheit der Rebe, der gefährlichste virusübertragende Nematoden im Weinbau weltweit. In der "Hitliste" der Top 10 der pflanzenparasitären Nematoden ist er der einzige Vektor und schaffte es auf Platz 8[1]. Bei X. index ist zum ersten Mal der Nachweis der Virusübertragung durch Nematoden gelungen [2].

Morphologie

Die ausgewachsenen weiblichen Tiere sind 2,7 - 3,6 mm lang und gehören daher zu den kleineren Nematodenarten. Männliche Tiere sind sehr selten. Adulte Weibchen zeichnen sich durch eine typische fingerförmige Ausstülpung am ventralen Schwanzende aus.

Schwanzende eines adulten Weibchens
Larvenstadien alleine können in der Regel nicht für eine morphologische Artbestimmung herangezogen werden, da große Ähnlichkeiten innerhalb der Gattung existieren.

Biologie

X. index hat einen sehr eingeschränkten Wirtspflanzenkreis: im deutschen Weinbau ist der Nematode ausschließlich auf die Rebe als Wirtspflanze angewiesen, während in den USA Feigen und Rosen und in Italien Feigen und Maulbeeren weitere gute Wirtspflanzen sind [3]. Der Dauer des Lebenszyklus ist sehr stark abhängig von Bodentemperatur und Wachstum der Wirtspflanzen und kann zwischen 2 und 14 Monaten liegen[4]. In Topfversuchen überlebten adulte Weibchen bis zu 64 Wochen, in dieser Zeit produzierten sie 150 Nachkommen[4].

Verbreitung

Bevorzugt werden durchlässige, feinerdereiche Böden, höhere Tonanteile reduzieren die Populationen. Die geographische Verbreitung von X. index hängt vom Vorhandensein der Rebe ab.

Schadwirkung

Direkte Schäden durch X. index sind in den deutschen Weinbaugebieten kaum zu erwarten, denn die dazu erforderlichen hohen Populationsdichten werden hier so gut wie nie erreicht. Unter hiesigen klimatischen Verhältnissen ist die Anzahl von X. index in den Bodenproben sehr gering (meist 1-5 Individuen in 100 ccm Boden, selten über 20)[5]. Direkte Schäden zeigen sich als Nekrosen und Schwellungen an den Wurzelspitzen, absterbende Saugwurzeln und kümmerlich wachsende Reben.

Die indirekten Schäden, die X. index durch die Übertragung der Reisigkrankheit verursacht, sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Viruspartikel werden vom Nematoden beim Saugen an erkrankten Reben aufgenommen und an der Cuticula absorbiert, die das Innere des Mundstachels auskleidet [6]. Aquisitionszeiten von 5 - 15 Minuten reichen für die Virusaufnahme bei X. index aus [7]. Die Tiere behalten 3 Monate lang ihre Fähigkeit, das Virus zu übertragen, ohne an virusverseuchten Pflanzen saugen zu müssen [7], unter Hungerbedingungen bleiben sie 7-9 Monate infektiös [8].

Einzelnachweise

  1. Jones, J.T. et al. (2013): Top 10 plant-parasitic nematodes in molecular plant pathology. Molecular Plant Pathology, DOI: 10.1111/mpp.12057.
  2. Hewitt, W.B. et al (1958): Nematode vector of soil-borne fanleaf virus of grapevines. Agricultural Bulletin, 1958, 48 (11): 586-595.
  3. Siddiqi, M.R. (1974): Xiphinema index, C.I.H. Descriptions of Plant-parasitic nematodes, Set 3, No. 45
  4. 4,0 4,1 Taylor, C.E. & Brown, D.J.F. (1997): Nematode vectors of plant viruses, CAB International, 286 S.
  5. Rüdel, M. (1973): Virusübertragende Nematoden im heimischen Weinbau, Deutsches Weinbau-Jahrbuch, 99-104
  6. Taylor, C. E., Brown, D.J.F. (1981): Nematode Virus Interactions, In: Zuckerman, B.M. & Rohde, R.A. (eds) Plant Parasitic Nematodes, Vol III, Academic Press. New York, 281-301
  7. 7,0 7,1 Das, S. & Raski, D.J. (1968): Vector-efficiency of Xiphinema index in the transmission of grapevine fanleaf virus, Nematologica 14, 55-62
  8. Raski, D.J. & Hewitt, B. (1960): Experiments with Xiphimena index as a vector of Fanleaf of gapevines, Nematologica 5, 166-170

Literatur

  • Mohr, H. D. (2012): Farbatlas Krankheiten, Schädlinge und Nützlinge an der Weinrebe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Eugen Ulmer KG Stuttgart-Hohenheim: 335 Seiten.