Weingefäße früher und heute

Aus Vitipendium
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Die Materialien der für den Transport und die Lagerung verwendeten Weingefäße änderten sich im Laufe der Jahre bedeutend. Die ersten Behältnisse stellten Gruben aus undurchlässigem Erdreich Schläuche aus Tierfell dar, die mit Harz, Pech oder Öl abgedichtet wurden. Nachdem letztere den Griechen und Römern noch lange als Weintransportbehälter gedient hatten, wurden schließlich neue Gefäßarten und -formen entwickelt.

Weingefäße aus Ton

Griechen und Römer bedienten sich irdener Gefäße, die geharzt oder ausgepicht wurden. Hierbei handelte es sich zum Beispiel um Dolien, rundbauchige Gefäße ohne Hals und ohne Henkel. Eine weitere Option waren Phytoi, bis zu 1000 l fassende Tongefäße, die als Großbehälter ganz oder teilweise in die Erde eingegraben wurden. Des weiteren gab es Amphoren, welche schlank und säulenartig geformt waren, einen Henkel hatten und spitz ausliefen.
In diesen Gefäßen wurde Wein vergoren. Die Hefe setzte sich unten ab, der Wein wurde abgeschöpft oder abgezogen (Heber). Amphoren dienten auch zum Weintransport. Im Weinmuseum Speyer ist eine Amphore aus Lachen-Speyerdorf von 50 v. Chr. ausgestellt.

Weingefäße aus Holz

Weder Griechen, noch Römer haben die Holzfässer erfunden. Sie sind in den Alpenländern aufgekommen und - jedoch nur außerhalb Italiens - in den römischen Gebrauch genommen worden. Sie dienten als Transportbehälter und lösten damit die Weinschläuche ab. Des weiteren wurden sie auch als Lagerbehälter verwendet. Sie wurden zuerst mit Holz-, später mit Eisenreifen bereift.
Große Zehntweinlagerfässer (Beispiele):

  • 100-Fuderfaß des Fürstbischofs von Speyer im Keller auf der Kestenburg (1525 zerstört)
  • 235-Fuderfaß des Pfalzgrafen Karl Theodor zu Heidelberg (1750 gebaut).

Ab dem Mittelalter wurde zum Bau ovaler Weinfässer übergegangen.

Weingefäße aus Glas

Als Weinbehälter war die Glasflasche den Römern schon bekannt. Dies beweisen beispielsweise Flaschenfunde in Speyer und Ungstein um 300 n. Christus. In Deutschland wurde Wein ab 1500 vereinzelt auf Flaschen gefüllt (Grundsteinweine). Ab 1800 wurde die Weinflasche mehr und mehr zum Lagerbehälter, wobei die Schlegelflasche als Form vorherrschte. Traditionell wird in der Pfalz Wein vorwiegend auf grüne 1,0-LiterfIaschen und braune 0,75-Literflaschen abgefüllt und verkauft.

Einzelnachweise


Literaturverzeichnis

  • Adams, K., Jakob, L. & F. Schumann (1997): Weinkompendium. 2. Auflage, Verein der Absolventen der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Neustadt an der Weinstraße: Artikel 120.