Weißer Burgunder

Aus Vitipendium
(Weitergeleitet von Weißburgunder)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rebsorte "Weißer Burgunder"

Bei der Rebsorte Weißer Burgunder handelt es sich um eine weiße Mutation aus der Burgunderfamilie. Die Herkunft ist nicht direkt nachweisbar, da die alte Bezeichnung Clevner für mehrere Sorten galt. Die verwandten Sorten Auxerrois und Morillon blanc besitzen im Elsaß eine gewisse Bedeutung. Dagegen ist die Weltmodesorte Chardonnay in der ganzen Weinbauwelt verbreitet. In älteren Weinbergen Italiens und Frankreichs häufig mit Weißburgunder gemischt, kann er als der für heiße Gebiete geeignetere Burgunder-Typ angesehen werden.

Synonyme für den Weißen Burgunder sind Pinot blanc, Blanc de Champagne und Pinot Chardonnay.

Ampelographie

Für diese Sorte werden folgende Mekmale angegeben [1]:

Der Weiße Burgunder ist häufig erst bei Traubenreife sicher vom Blauen Burgunder und Ruländer unterscheidbar.

  • Triebspitze starkwollig, weißgrünlich,
  • Blatt mittelgroß, kaum gebuchtet, schwach dreilappig, Oberseite: blasig,
  • Blattrand stumpf gezähnt,
  • Stielbucht V-förmig,
  • Traube mittelgroß bis groß, walzenförmig, manchmal geteilt, dichtbeerig,
  • Beeren länglich bis rund, gedrückt, dünnhäutig, grüngelb, hoher Zuckergehalt möglich, Geschmack: saftig, dezent fruchtig,
  • mittelstarker Wuchs mit dichter Belaubung


Standortansprüche

  • Im Weinberg gibt es beim Anbau von Weißem Burgunder wenig Probleme.
  • Die Sorte ist jedoch nicht für zu leichte und trockene Böden geeignet und hat eine mittlere Winterfrostwiderstandsfähigkeit.
Exclamation icon.png
Einen Überblick zur Widerstandsfähigkeit der Sorte finden Sie auf folgender Seite:
Widerstandsfähigkeit von Rebsorten



Ertrag und Wein

Ertrag:

  • mittelhoch, regelmäßig

Wein:

  • Positiv ist das hohe Mostgewicht dieser Sorte, das durch die lange Reife verursacht wird.
  • Die Sorte bringt ausgeprägte Weine mit pikanter, an Äpfel erinnernde Säure hervor.
  • Edelsüß wird er gerne als Aperitif oder zum Nachtisch getrunken, während er trocken sehr gut zu Fisch und leichten bis kräftigen Fleischspeisen passt.
  • langsamer Weinausbau,
  • höchste Qualität als Altwein,
  • gut gereifter Wein schmeckt nach frischem Brot


Anbau

In Frankreich und Italien wird er häufig mit Chardonnay vermischt angebaut und verwechselt. Generell gelten Mitteleuropa, Kalifornien, Chile und Südafrika als Hauptanbaugebiete. Der Weißburgunder zählt in Deutschland zu den fünf wichtigten Weißweinsorten mit rund 7% der mit Weißweinsorten bestockten Rebflächen.[2]

Die folgende Tabelle verschafft einen Überblick über den Weißburgunder-Anbau:

  • (*) 1. Anbaustatistik für das Jahr 2015 [3]
  • (**) 2. Anbaustatistik für das Jahr 2015 [4]
  • (***) 3. Anbaustatistik für das Jahr 2015 [5]


Anbaugebiet Fläche [ha] Anteil [%]
Deutschland*** 4.973 4,8
Baden-Württemberg* 1.579 keine Angaben
Württemberg*
127 keine Angaben
Baden***
1.453 9,2
Bayern* 165 keine Angaben
Franken*
164 keine Angaben
Hessen* 71 keine Angaben
Hessische Bergstrasse*
22 keine Angaben
Rheingau*
49 keine Angaben
Rheinland-Pfalz** 2.978 4,6
Ahr**
16 2,9
Mittelrhein**
17 3,8
Mosel**
306 3,5
Nahe**
274 6,5
Rheinhessen**
1.195 4,5
Pfalz**
1.170 5,0
Neue Bundesländer* keine Angaben keine Angaben
Saale-Unstrut***
105 13,7
Sachsen***
58 5,6
Brandenburg*
1 keine Angaben


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ambrosi, H., Dettweiler-Münch, E., Rühl, E. H., Schmid, J. & F. Schumann (1998): Farbatlas Rebsorten. 300 Sorten und ihre Weine. 2., verbesserte und ergänzte Auflage, Eugen Ulmer GmbH & Co, Stuttgart (Hohenheim): 320 Seiten (siehe Seite 203), ISBN 3-8001-5719-5.
  2. Statistisches Bundesamt (2015): Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Landwirtschaftliche Bodennutzung - Rebflächen. Fachserie 3 Reihe 3.1.5.
  3. Statistisches Bundesamt (2016): Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Landwirtschaftliche Bodennutzung - Rebflächen. Fachserie 3 Reihe 3.1.5.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (2016): Statistische Berichte - Bestockte Rebflächen 2015. Bad Ems, C I - j/15, Kennziffer: C1073 201500, ISSN: 1430-5070.
  5. Deutscher Weinbauverband (2016): 19. Sonderbericht 2016 - Bestockte Rebflächen 2015

Literaturverzeichnis

  • Adams, K., Jakob, L. & F. Schumann (1997): Weinkompendium. 2. Auflage, Verein der Absolventen der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Neustadt an der Weinstraße: Artikel 417.
  • Ambrosi, H., Dettweiler-Münch, E., Rühl, E. H., Schmid, J. & F. Schumann (1998): Farbatlas Rebsorten. 300 Sorten und ihre Weine. 2., verbesserte und ergänzte Auflage, Eugen Ulmer GmbH & Co, Stuttgart (Hohenheim): 320 Seiten, ISBN 3-8001-5719-5.
  • Clarke, O. (1992): Weine aus aller Welt. Müller Rüschlikon Verlag, Stuttgart: 260 Seiten, ISBN 3-275-01040-9.
  • Hillebrand, W., Lott, H. & F. Pfaff (1998): Taschenbuch der Rebsorten. 11. Auflage, Fachverlag Dr. Fraund GmbH, Mainz: 454 Seiten, ISBN 3-921156-27-0.
  • Hillebrand, W., Lott, H. & F. Pfaff (1995): Traube und Wein. Deutschlands Rebsorten und Weine. Fachverlag Dr. Fraund GmbH, Mainz: 139 Seiten, ISBN 3-921156-04-1.
  • Johnson, H. & S. Pigott (2000): Atlas der deutschen Weine. Lagen, Produzenten, Weinstraßen. 5. vollständig überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Auflage, Hallwag Verlag, Ostfildern: 232 Seiten, ISBN 3-444-10445-6.
  • Robinson, J. (1987): Reben - Trauben - Weine. Ein Führer durch die Rebsorten der Welt. Hallwag Verlag, Stuttgart: 280 Seiten, ISBN 3-444-10333-6.