Stiellähme

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Stiellähmebefall an Grünem Veltiner

Die Stiellähme ist eine abiotische Erscheinung, bei der das Stielgerüst der Trauben eintrocknet und die daran befindlichen Beeren schrumpfen.[1]

Schadbild

Etwa mit Beginn der Reifephase bilden sich, und zwar gehäuft an den Verzweigungen des Stielgerüstes, braunschwarze, leicht eingesunkene Nekrosen. Schäden von wirtschaftlicher Bedeutung entstehen nur, wenn sich diese sogenannten Primärsymptome ausbreiten und den gesamten Traubenstiel umfassen. Das durch Stiellähme geschädigte Stielgerüst ist trocken, kantig und übergangslos gegen das gesunde Gewebe abgesetzt. Dadurch unterscheidet es sich grundlegend von dem Symptom der Stielfäule, mit dem es aber häufig verwechselt wird.

Ursachen

→ siehe Ursachenkomplex auf Wikipedia

Vorbeugung

Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Durch Beachtung vorbeugender Maßnahmen lässt sich aber eine Befallsreduzierung erreichen. Dazu zählen kulturtechnische Maßnahmen wie die Auswahl weniger empfindlicher Unterlagen- und Edelsorten. Generell sollte nicht zu dickes Holz angeschnitten werden. Außerdem empfiehlt sich die Erziehung einer lichten Laubwand und eine teilweise Entblätterung der Traubenzone. Das Stickstoffangebot sollte verringert und eine ausreichende Magnesium- und Kaliversorgung gesichert werden. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Humusversorgung mit möglichst N-armen Humuslieferanten (C/N 50). Ebenfalls positiv sind eine reduzierte Bodenbearbeitung, eine Begrünung im Sommer und Traubenspritzungen mit Mg-haltigen Blattdüngern oder Bittersalz (2 bis 5 %) bei Beginn der Beerenreife.

Einzelnachweise

  1. Schumann, F. (1998): Weinbaulexikon. Meininger Verlag GmbH, Neustadt an der Weinstraße: 294 Seiten, ISBN 3-87524-131-2.

Literatur


Weblinks