Schwefelung

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Der Einsatz von Schwefeldioxid (umgangssprachlich auch schweflige Säure) im Maische-, Most- und Weinstadium konnte durch keinen anderen Konservierungsstoff ersetzt werden. Die strengen Regelungen zum maximalen Einsatz werden in den meisten Fällen weit unterschritten und medizinisch sind die zugesetzten Werte unbedenklich für die Gesundheit des Konsumenten.
Zur Begrenzung der schwefligen Säure sind Höchstgehalte für den Gehalt an gesamter schwefeliger Säure festgelegt. Für den Gehalt an freier schwefliger Säure gibt es keine zusätzlichen Regelungen mehr.
Zur Durchführung der Schwefelung dürfen nur verwendet werden:

Die Verwendung von wässriger SO2-Lösung, ist außer zur Konservierung und Sterilisierung von Flaschen, Verschlüssen, Leitungen etc. nicht erlaubt.
Die zulässigen Höchstgehalte gelten für den Zeitpunkt des Inverkehrbringens. Während des Ausbaus kann der Höchstwert überschritten werden. Somit ist auch ein Rückverschnitt überschwefelter Weine zulässig.
Bei Wein gelten die höheren Obergrenzen nur für Weine mit einem Restzuckergehalt von 5 g/l oder mehr. Das bedeutet, dass eine Spät- oder Auslese mit einem Restzuckergehalt unter 5 g/l nicht mehr als 150 mg/l (Rotwein) bzw. 200 mg/l (Weißwein) gesamtschweflige Säure enthalten darf. Das gilt auch für Beeren- und Trockenbeerenauslesen bzw. Eiswein; diese Qualitäten werden jedoch nur selten, wahrscheinlich sogar nie, weniger als 5 g/l Restzucker enthalten. Als Restzuckergehalt ist der als "Invertzucker berechnete Restzuckergehalt" anzusehen. Das bedeutet, dass zu dem im Untersuchungsbefund für die Anstellung zur Qualitätsweinprüfung angegebenen Gehalt an vergärbarem Zucker 1 g zugerechnet werden kann. Für einen Wein mit einem Gehalt an vergärbarem Zucker von 4 g/l könnte somit schon die höhere Obergrenze ausgenutzt werden.
Für Roséwein, Weißherbst, Rotling gelten die Obergrenzen für Weißwein.


Zulässige Höchstgehalte an gesamter schwefliger Säure (SO2) in Wein und Öko-Wein aus Deutschland

Ausnahmegenehmigungen

Wenn die Witterungsverhältnisse es erforderlich machen, kann der nationale Gesetzgeber von der EG ermächtigt werden, die Obergrenzen um 40 mg/l zu erhöhen. Das gilt allerdings nur für die Grenzwerte bis 300 mg/l. Der Grenzwert für Beeren- und Trockenbeerenauslesen sowie für Eiswein kann demnach nicht verändert werden.

Einzelnachweise


Literaturverzeichnis

Binder Georg, Stefan Scherrer (2014): Weinrecht für Praktiker in Rheinland-Pfalz. Neustadt an der Weinstraße. 

Dieser Artikel befasst sich mit den Themen des Weinrechtes und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit (Stand Dezember 2010). Alle Angaben sind ohne Gewähr. Umfassende Informationen finden Sie auf der Juris Datenbank "Weingesetz" (www.gesetze-im-internet.de)