Sachkunde

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Im neuen Pflanzenschutzgesetz vom 6. Februar 2012 und in der neuen Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung (06. Juli 2013) ist verankert, dass berufsmäßige Anwender von Pflanzenschutzmitteln, Händler und Pflanzenschutzberater einen Sachkundenachweis (SKN) benötigen. Darüber hinaus müssen diese Personen in einem dreijährigen Rhythmus eine anerkannte Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme besuchen. Die verpflichtenden regelmäßigen Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen haben das Ziel, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu beschränken sowie umweltgerecht, gesundheits- und ressourcenschonend anzuwenden.

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Der neue Sachkundenachweis im Scheckkartenformat

Bundeseinheitlich wird der Sachkundenachweis im Scheckkartenformat eingeführt. Jeder Sachkundige, der beruflich

  • Pflanzenschutzmittel anwendet,
  • Pflanzenschutzmittel verkauft,
  • Nicht-Sachkundige anleitet oder beaufsichtigt,
  • über den Pflanzenschutz berät,

muss einen solchen Sachkundenachweis besitzen.

Die alten Ausbildungs- und Befähigungsnachweise (Zeugnisse über einen anerkannten Berufs- oder Studienabschluss oder über eine bestandene Sachkundeprüfung) gelten nur noch bis 26.11.2015. Ab dann muss beim Einkauf von Pflanzenschutzmitteln sowie bei Kontrollen der neue SKN vorgelegt werden. Um ihn zu erhalten muss online auf www.pflanzenschutz-skn.de ein Antrag gestellt werden. Alle "Altsachkundigen" müssen den Antrag bis spätestens 26.05.2015 stellen. Der neue Nachweis wird in Verbindung mit dem Personalausweis gültig sein und muss beispielsweise beim Kauf von Pflanzenschutzmitteln für die berufliche Anwendung oder bei Kontrollen vorgelegt werden.

Für Personen, die nach Inkrafttreten der VO (06.07.2013) sachkundig werden, gilt bis zur Ausstellung des SKN-Kärtchens das Zeugnis als Nachweis der Sachkunde. Spätestens 3 Jahre nach Ausstellung des Zeugnisses müssen Sachkundige den SKN besitzen.

Antragsverfahren in Rheinland-Pfalz

Die neuen Sachkundenachweise für die Sonderkulturen Weinbau und Gartenbau müssen online unter www.pflanzenschutz-skn.de beantragt werden. Für die Landwirtschaft, Forstwirtschaft und das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln ist das DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück zuständig.

Anerkennung von Berufsabschlüssen

Für die Anerkennung von Berufsabschlüssen für die Sachkunde ist entscheidend, ob die Berufsausbildung vor oder nach Inkrafttreten der neuen Sachkunde VO abgeschlossen wurde. Stichtag ist demzufolge der 05. Juli 2013.
Für Sachkundige, die ihre Berufsausbildung vor dem 05. Juli 2013 abgeschlossen haben, gelten Studien- und Berufsabschlüsse, z.B. als Winzer, Gärtner oder Landwirt als sachkundeanerkannt.
Ab 06. Juli 2013 berechtigt z. B. ein Berufsabschluss zum Landwirt oder Gärtner weiterhin zur beruflichen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und zur Beratung über den Pflanzenschutz, jedoch nicht mehr zum Verkauf von Pflanzenschutzmitteln. Es sei denn, die Berechtigung zur Abgabe (=Verkauf) wird von der Landwirtschaftskammer auf dem Zeugnis vermerkt. (Derzeit laufen Verhandlungen.) Die ausführliche Aufzählung und Bewertung der Studien- oder Berufsabschlüsse sind der entsprechenden Fachpresse und der Homepage der DLR zu entnehmen oder beim DLR Rheinpfalz vorab zu erfragen.
Studienabschlüsse in den Agrar-, Gartenbau-, Forstwissenschaften und im Weinbau an Hoch- oder Fachhochschulen werden ab 06. Juli 2013 nur noch dann für die Sachkunde anerkannt, wenn die Ausbildungsstätte zusätzlich zum Abschlusszeugnis eine Bestätigung ausstellt, dass die in der neuen Verordnung vorgeschriebenen Sachkundeinhalte im Rahmen des Studiums geschult und geprüft wurden. Diese Bestätigung muss den Antragsunterlagen für die Ausstellung des neuen Sachkundenachweises beigelegt werden.

Anerkennung ausländischer SKN und Berufsabschlüsse

Es wird weiterhin möglich sein, ausländische Mitarbeiter für den Pflanzenschutz einzusetzen. Für eine Anerkennung muss der zuständigen Behörde ein Befähigungsnachweis aus einem anderen Mitgliedstaat vorgelegt werden sowie eine beglaubigte Übersetzung desselben. Aus ihm muss hervorgehen, dass die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten (siehe Pflanzenschutz Sachkunde-VO Anhang 1) Bestandteil der Ausbildung und Prüfung waren. Außerdem muss der Antragsteller über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Nur dann kann auf Antrag ein SKN nach deutschem Recht ausgestellt werden.

Pflicht zur Teilnahme an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme im Drei-Jahres-Zeitraum

Alle Sachkundigen sind verpflichtet, jeweils innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren an einer anerkannten Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen. Für „Alt-Sachkundige“ die am 14.02.2012, dem Tag des Inkrafttretens des neuen Pflanzenschutzgesetzes, sachkundig waren, begann die erste Drei-Jahresfrist zur Fortbildung am 1. Januar 2013 und endet am 31.12.2015.

Für Sachkundige, die nach dem 14.02.2012 sachkundig geworden sind oder es noch werden, beginnt der erste Drei-Jahres-Fortbildungszeitraum ab dem Tag der Bewilligung des Antrags.

Jeder Sachkundige, der an einer anerkannten Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen hat, erhält gegen Gebühr eine Teilnahmebescheinigung von der zuständigen Behörde. Alle Fortbildungsnachweise sind aufzubewahren und bei Kontrollen ebenso wie der Sachkundenachweis selbst vorzuweisen. Fehlt diese Bescheinigung, wird eine Frist gesetzt, um nachträglich an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen. Sachkundigen, die keinen Fortbildungsnachweis erbringen oder gegen Vorschriften des Pflanzenschutzrechtes verstoßen, kann die zuständige Behörde den Sachkundenachweis widerrufen. Zur Wiedererlangung des Sachkundenachweises muss die Sachkundeprüfung neu bestanden werden.

Anerkennung von Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen

Fortbildungsveranstaltungen zur Pflanzenschutzsachkunde müssen grundsätzlich vom zuständigen DLR anerkannt sein. Die von den DLR speziell angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen zur Sachkunde gelten als anerkannte Fortbildungsmaßnahmen. Vor der beabsichtigten Teilnahme an einer Fortbildungsmaßnahme wird empfohlen, sich zu erkundigen, ob eine Anerkennung vorliegt. Fortbildungsveranstaltungen zur Sachkunde können nur anerkannt werden, wenn bestimmte vorgeschriebene fachliche Inhalte geschult werden und die Veranstaltung durch geeignete Fachkräfte gestaltet wird.

Fazit

Durch die neuen rechtlichen Regelungen erhält die Sachkunde im Pflanzenschutz einen höheren Stellenwert als bisher. Für die zuständigen Behörden entsteht auf Grund der neuen bundesweiten Gesetzgebung vor allem in der ersten Umstellungsphase ein hoher verwaltungstechnischer Aufwand. Für Anwender, Berater und Abgeber von Pflanzenschutzmitteln ist besonders wichtig:

  • rechtzeitige Beantragung des SKN,
  • regelmäßiger Besuch der anerkannten Fortbildungsveranstaltungen.

Für weitere Fragen steht beim DLR Rheinpfalz Dr. Josef Eichhorn unter der Telefonnummer 06321/671-365 gern zur Verfügung.

Weitere Informationen unter: http://www.dlr.rlp.de.

Einzelnachweise


Literaturverzeichnis

Weblinks