Rebendüngung

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Mit der Düngung der Weinberge möchte der Winzer den Ansprüchen von Reben und Boden Rechnung tragen. Dabei sind auch die Erfordernisse des Umweltschutzes, insbesondere des Gewässerschutzes, zu berücksichtigen. Mit verschiedenen Vorgaben des Dünge- (Düngeverordnung, Düngemittelgesetz), Agrar- und Abfallrechts gibt der Gesetzgeber die Normen für die gute fachliche Praxis vor. Für die Vitalität und Gesundheit der Rebe, sowie die Trauben- und Weinqualität ist eine ausgeglichene, harmonische Düngung erforderlich. Hierbei sind weder Überschuss- noch Mangelsituationen anzustreben. Die früher in der Praxis übliche Devise „viel hilft viel“ ist abzulehnen. Nach dem heutigen Kenntnisstand ist die Ausgewogenheit der Nährstoffversorgung, sowie Struktur und biologische Aktivität des Bodens von großer Bedeutung.

Nährstoffentzüge durch Reben bei einem Traubenertrag von 10 t ha-1 (in kg ha-1 a-1)
Nährstoffe Gesamtentzug Traubenentzug
Stickstoff N 38 bis 59 18 bis 23
Phosphat (P2O5) 10 bis 17 6 bis 9
Kali (K2O) 41 bis 70 33 bis 40
Magnesium MgO) 12 bis 17 4
Calcium (CaO) 40 bis 53 5
Bor (B) 0,08 bis 0,15 0,04 bis 0,08
Kupfer (Cu) 0,06 bis 0,12 0,03 bis 0,05
Eisen (Fe) 0,43 bis 0,88 0,20 bis 0,32
Mangan (Mn) 0,080 bis 0,16 0,02 bis 0,06
Zink (Zn) 0,10 bis 0,21 0,04 bis 0,07


Nährstoffmengen im Weinbau

Die Düngung der Reben hat sich im wesentlichen an deren Nährstoffentzug und den Vorräten im Weinbergsboden zu orientieren. Da Rebholz und Reblaub in den meisten Fällen im Weinberg verbleiben, resultiert der düngungsrelevante Nährstoffentzug nur aus dem Umfang der abgeführten Trauben. Für die betriebsspezifische Beurteilung muss jedoch außerdem Art und Umfang der Traubenverarbeitung und –vermarktung, sowie die Verwertung der kellerwirtschaftlichen Abfallstoffe betrachtet werden.


Nährstofffluss im Weinbau

Die Ermittlung des Nährstoffvorrates im Boden erfolgt durch eine repräsentative Beprobung und chemische Untersuchung des Weinbergbodens.

Düngemittel sind zeitlich und mengenmäßig so auszubringen, dass die Nährstoffe weitestgehend von den Pflanzen ausgenutzt werden können. Entgegen früheren Beratungsempfehlungen sollten nicht wesentlich mehr Nährstoffe in den Weinberg gebracht als durch den Traubenertrag abgeführt werden. Darum werden Vorratsgaben nur in geringem Umfang und nur für kürzere Zeitabstände empfohlen. Nährstoffverluste durch Auswaschungen, Erosionen und Entgasungen, sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Einzelnachweise


Literaturverzeichnis

  • Ziegler, B. (2013): Rebendüngung. Rhodt unter Rietburg (ehemaliger Spezialberater für Bodenpflege und Düngung der Abteilung Weinbau & Oenologie (Gruppe Weinbau), Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, Neustadt an der Weinstraße).