Laubwandhöhe und -struktur

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Die Laubwandhöhe und -struktur haben einen erheblichen Einfluss auf Ertrag und Erntegutqualität.

Laubwandhöhe

Die Laubwandhöhe ist von großem Einfluß auf die Erntegutqualität. Nur bei ausreichend großer Blattfläche (Blatt-Frucht-Verhältnis) ist es möglich, das Sonnenlicht optimal zu nutzen und in Zucker und andere geschmacksbildende Stoffe umzusetzen. Aus Untersuchungen lässt sich ableiten, dass etwa 15 Blätter je Trieb bei durchschnittlichem Ertrag als Optimum anzusehen sind. Daraus lässt sich als Faustzahl eine erforderliche Laubwandhöhe von 1,30 bis 1,50 m ableiten. In schwachwüchsigen Anlagen oder bei anhaltender Trockenheit kann diese Höhe reduziert werden. Nach oben begrenzend wirkt sich in Spalieranlagen die Gassenbreite aufgrund gegenseitiger Beschattung und die Erschwernis manueller Laubarbeit aus. Bei 2,00 m Gassenbreite und 0,70 m Stammhöhe erreicht man mit einer Laubwandhöhe von 1,50 m die Gesamthöhe der Rebzeile von 2,20 m.

Laubwandstruktur

Die Laubwandstruktur beschreibt die räumliche Anordnung der Triebe und Blätter in einem Rebenerziehungssystem. Sie sollte so beschaffen sein, dass gegenseitige Beschattungseffekte der Blätter möglichst gering ausfallen. Dies wird durch eine mehr lockere Laubwandstruktur mit etwa 11-14 Trieben je laufenden Meter Laubwand erreicht. Ein weiterer positiver Effekt einer günstigen, weil lockeren Laubwand, ist das schnellere Abtrocknen in den Morgenstunden oder nach Niederschlägen, was eine deutliche Verminderung der Infektionsgefahr durch Pilzkrankheiten zur Folge hat. Durch ordnungsgemäß durchgeführte Laubarbeiten läßt sich eine günstige Laubwandstruktur schaffen.

Einzelnachweise


Literaturverzeichnis

  • Schumann, F. (1998): Weinbaulexikon. Meininger Verlag GmbH, Neustadt an der Weinstraße: 294 Seiten, ISBN 3-87524-131-2.