Chardonnay

Aus Vitipendium
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Rebsorte "Chardonnay"

Die Sorte Chardonnay ist eine Weißweinsorte aus der Burgunderfamilie.

Herkunft

Frankreich, Burgund.
Der Name Chardonnay wurde 1872 in Lyon vergeben, nach gleichnamigem Ort in Burgund (Chardonacum = Ort voller Disteln). Zu dieser Zeit wurden aber verschiedene Weißburgunder-Spielarten damit bezeichnet.

Abstammung

Eine im Jahr 1998 durchgeführte DNA-Analyse ergab, dass der Chardonnay das Ergebnis einer natürlichen Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc (= Heunisch) ist.[1][2] [3]

Ampelographie

Für diese Sorte werden folgende Mekmale angegeben [4]:

  • Triebspitze wollig behaart,
  • Blätter im Vergleich zu Weißburgunder dunkelgrüner, glatter, weniger blasig,
  • Stielbucht U-förmig, offen, im Vergleich zum Weißburgunder durch Blattnerven und nicht durch Blattgewebe abgegrenzt,
  • Beeren gelb bis goldgelb, Geschmack: laubig-fruchtiger als Weißburgunder


Standortansprüche

  • Im Anbau treten wenig Probleme auf.
  • Die Sorte hat jedoch hohe Lageansprüche und neigt zu Botrytis, Oidium und Verrieselung.
  • mittlere Winterfrostfestigkeit (besser als Weißer Burgunder),
  • leicht blüteempfindlich
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Einen Überblick zur Widerstandsfähigkeit der Sorte finden Sie auf folgender Seite:
Widerstandsfähigkeit von Rebsorten



Ertrag und Wein

Ertrag:

  • mittelhoch, regelmäßig

Wein:

  • Die Sorte bringt markante, duftige Weine mit, je nach Reife, rassiger Säure hervor. Bei ungenügender Reife ist der Wein dünn und grasig (Champagner-Sekt-Bereitung).
  • Es handelt sich um einen Modewein, der gerne zu Fisch und hellem Braten getrunken wird.
  • extraktreich, angenehme Säure,
  • hohe Qualitäten erst ab dem Kabinettbereich

Synonyme

Arboisier, Arnaison Blanc, Arnoison, Aubain, Aubaine, Auvergnat Blanc, Auvernas, Auvernas Blanc, Auvernat, Auvernat Blanc, Auxeras, Auxerras Blanc, Auxerrois, Auxerrois Blanc, Auxois, Auxois Blanc, Bargeois Blanc, Beaunois, Biela Klevanjika, Blanc De Champagne, Blanc De Cramant, Breisgauer, Breisgauer Suessling, Breisgauer Sussling, Burgunder Weisser, Burgundi Feher, Chablis, Chardenai, Chardenay, Chardenet, Chardennet, Chardonay, Chardonnay, Chardonnay Bijeli, Chardonnay Cl. 6/24, Chardonnet, Chatenait, Chatey Petit, Chatte, Chaudenay, Chaudenet, Chaudent, Claevner, Clevner, Cravner, D'Arnoison, D'Auvernat Blanc, D'Epintte, Epinette, Epinette Blanc, Epinette Blanche, Epinette De Champagne, Ericey Blanc, Feher Chardonnay, Feherburgundi, Feinburgunder, Gamay Blanc, Gelber Weissburgunder, Gentil Blanc, Grosse Bourgogne, Klawner, Klevanjka Biela, Klevner, Klingelberger Grosser, Lisant, Luisant, Luizannais, Luizant, Luzannois, Maconnais, Maurillon Blanc, Melon A Queue Rouge, Melon Blanc, Melon D'Arbois, Moreau Blanc, Morillon, Morillon Blanc, Moulon, Noiren Blanc, Noirien Blanc, Obaideh, Petit Chantey, Petit Chatey, Petit Sainte-Marie, Petite Sainte Marie, Pineau Blanc, Pino Plan Shardone, Pino Sardone, Pino Shardone, Pinot, Pinot Blanc A Cramant, Pinot Blanc Chardonnay, Pinot Chardonnay, Pinot De Bourgogne, Pinot Giallo, Pinot Planc, Plant De Tonnerre, Romere, Romeret, Rouci Bile, Rousseau, Roussot, Rulander Weiss, Sainte Marie Petite, Sardone, Shardone, Shardonne, Spaeter Weiss Burgunder, Spaeter Weisser Burgunder, Suessling, Veis Edler, Veiser Klevner, Wais Edler, Waiser Clevner, Weiss Burgunder, Weiss Clevner, Weiss Edler, Weiss Elder, Weiss Klewner, Weiss Silber, Weissedler, Weisser Clevner, Weisser Rulaender, Weisser Rulander, Weissklaevner

Anbau

Ausgehend von Frankreich hat sich die Sorte weltweit verbreitet. Der Chardonnay wird nicht nur in Italien und im weiteren Europa, sondern auch in Australien, in Südafrika, in Kalifornien und in Südamerika angebaut.

Die folgende Tabelle verschafft einen Überblick über den Chardonnay-Anbau:

  • (*) 1. Anbaustatistik für das Jahr 2015 [5]
  • (**) 2. Anbaustatistik für das Jahr 2015 [6]
  • (***) 3. Anbaustatistik für das Jahr 2015 [7]


Anbaugebiet Fläche [ha] Anteil [%]
Deutschland*** 1.764 1,7
Rheinland-Pfalz** 1.439 2,2
Pfalz**
670 2,8
Rheinhessen**
657 2,5
Nahe**
54 1,3
Mosel**
55 0,6
Mittelrhein*
2 keine Angaben
Ahr*
1 keine Angaben
Baden-Württemberg* 281 keine Angaben
Württemberg*
66 keine Angaben
Baden*
217 keine Angaben
Hessen* 20 keine Angaben
Hessische Bergstraße*
4 keine Angaben
Rheingau*
16 keine Angaben
Bayern (Franken)* 17 keine Angaben
Sachsen-Anhalt* 2 keine Angaben
Sachsen* 1 keine Angaben
Thüringen* 1 keine Angaben
Saarland* 2 keine Angaben

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Erika Maul, Die sehr alte Rebsorte Weißer Heunisch und ihre zum Teil berühmt gewordenen Kinder, wie z. B. Chardonnay, in: Deutsches Weinbau-Jahrbuch 56 (2005), S. 129–145
  2. Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Schildberger: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4.
  3. Jancis Robinson, Julia Harding, Josè Vouillamoz: Wine Grapes, 1. Auflage 2012, Penguin Books, London, ISBN 978-0-06-220636-7.
  4. Ambrosi, H., Dettweiler-Münch, E., Rühl, E. H., Schmid, J. & F. Schumann (1998): Farbatlas Rebsorten. 300 Sorten und ihre Weine. 2., verbesserte und ergänzte Auflage, Eugen Ulmer GmbH & Co, Stuttgart (Hohenheim): 320 Seiten (siehe Seite 93), ISBN 3-8001-5719-5.
  5. Statistisches Bundesamt (2016): Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Landwirtschaftliche Bodennutzung - Rebflächen. Fachserie 3 Reihe 3.1.5.
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (2016): Statistische Berichte - Bestockte Rebflächen 2015. Bad Ems, C I - j/15, Kennziffer: C1073 201500, ISSN: 1430-5070.
  7. Deutscher Weinbauverband (2016): 19. Sonderbericht 2016 - Bestockte Rebflächen 2015

Literaturverzeichnis

  • Adams, K., Jakob, L. & F. Schumann (1997): Weinkompendium. 2. Auflage, Verein der Absolventen der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Neustadt an der Weinstraße: Artikel 425.
  • Ambrosi, H., Dettweiler-Münch, E., Rühl, E. H., Schmid, J. & F. Schumann (1998): Farbatlas Rebsorten. 300 Sorten und ihre Weine. 2., verbesserte und ergänzte Auflage, Eugen Ulmer GmbH & Co, Stuttgart (Hohenheim): 320 Seiten, ISBN 3-8001-5719-5.
  • Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Schildberger: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4
  • Ferdinand Regner: Verzeichnis der österreichischen Qualitätsweinrebsorten und deren Klone, 2008, LFZ Klosterneuburg
  • Clarke, O. (1992): Weine aus aller Welt. Müller Rüschlikon Verlag, Stuttgart: 260 Seiten, ISBN 3-275-01040-9.
  • Hillebrand, W., Lott, H. & F. Pfaff (1998): Taschenbuch der Rebsorten. 11. Auflage, Fachverlag Dr. Fraund GmbH, Mainz: 454 Seiten, ISBN 3-921156-27-0.
  • Hillebrand, W., Lott, H. & F. Pfaff (1995): Traube und Wein. Deutschlands Rebsorten und Weine. Fachverlag Dr. Fraund GmbH, Mainz: 139 Seiten, ISBN 3-921156-04-1.
  • Johnson, H. & S. Pigott (2000): Atlas der deutschen Weine. Lagen, Produzenten, Weinstraßen. 5. vollständig überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Auflage, Hallwag Verlag, Ostfildern: 232 Seiten, ISBN 3-444-10445-6.
  • Robinson, J. (1987): Reben - Trauben - Weine. Ein Führer durch die Rebsorten der Welt. Hallwag Verlag, Stuttgart: 280 Seiten, ISBN 3-444-10333-6.