Bodenarten

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Die verschiedenen Bodenarten werden nach dem Anteil der einzelnen Kornfraktionen des Feinbodens (Sand, Schluff, Ton) unterteilt. Entsprechend ihrer Bearbeitbarkeit werden Böden in leichte (Sand), mittelschwere (Lehm, Schluff) und schwere (Ton, Mergel) Böden unterteilt.


Pflanzenbauliche Eigenschaften

  • Sandige Böden:

Sandige Böden haben einen hohen Grobporen- und einen geringen Mittel- und Feinporenanteil. Dadurch gelten sie als "warme Böden", das heißt sie verfügen über eine gute Durchlüft- und Erwärmbarkeit. Aufgrund der geringen Wasser- und Nährstoffsorptionskapazität sind die Nährstoffauswaschungsgefahr und der Humusabbau recht hoch.

  • Lehmige und schluffige Böden:

Diese Böden haben einen hohen Mittelporenanteil und einen hohen Anteil an pflanzenverfügbarem Wasser und Nährstoffen. Sofern die Böden nicht verdichtet sind, sorgen sie für eine hohe Ertragsfähigkeit.

  • Tonige Böden:

Der Anteil an Grob- und teilweise Mittelporen ist gering, wodurch der Boden stark verdichtungs- und chlorosegefährdet ist. Die Durchlüftung und Erwärmbarkeit sind schlecht, weshalb man von "kalten Böden" spricht. Nur bei höherem Sand- oder Skelettanteil (Steine, Kies, Grus) sind die Böden weinbaulich nutzbar.

Fingerprobe

Zunächst wird eine gut durchfeuchtete, jedoch nicht zu nasse Bodenprobe genommen.

  • Sand (S): nicht bindig, haftet nicht am Finger, nicht formbar, Einzelkörner gut sicht- und fühlbar, rau
    • schluffiger Sand (uS): nicht bindig, mehlig-stumpf, etwas Feinsubstanz in den Fingerrillen, nicht formbar, Einzelkörner gut sicht- und fühlbar, etwas Feinsubstanz erkennbar
    • lehmiger Sand (lS): etwas bindig, schwach schmierig, Feinsubstanz haftet am Finger, schlecht formbar, reißt und bricht bei Verformung, Einzelkörner gut sicht- und fühlbar, Feinsubstanz deutlich erkennbar
    • toniger Sand (tS): schwach bindig bis bindig, schlecht bis mittel formbar, Einzelkörner gut sicht- und fühlbar
  • Schluff (U): nicht bindig, haftet deutlich in Fingerrillen, nicht oder schlecht formbar, samtartig-mehlig, Einzelkörner nicht oder kaum sicht- oder fühlbar
    • sandiger Schluff (sU): nicht bindig, haftet deutlich in Fingerrillen, nicht oder schlecht formbar, samtartig-mehlig, Einzelkörner des Sandanteils sicht- und fühlbar
    • lehmiger Schluff (lU): schwach bindig, schlecht bis mittel formbar, stumpfe Gleitflächen, schwach klebrig, haftet deutlich in Fingerrillen, Einzelkörner der Sandfraktion schwach sicht- und fühlbar, viel Feinsubstanz, mehlig
    • toniger Schluff (tU): mittel bindig, mittel formbar, stumpfe Gleitflächen, schwach bis mittel klebrig, haftet deutlich in Fingerrillen, Einzelkörner der Sandfraktion nicht sicht- und fühlbar, viel Feinsubstanz
  • Lehm (L)
    • sandiger Lehm (sL): schwach bis mittel bindig, klebrig, formbar, bis etwa bleistiftdick ausrollbar, Sandkörner gut sicht- und fühlbar, viel Feinsubstanz
    • schluffiger Lehm (uL): bindig, klebrig, formbar, wird beim Ausrollen rissig, Einzelkörner der Sandfraktion nicht oder nur schwach sicht- und fühlbar, viel Feinsubstanz, etwas mehlig
    • toniger Lehm (tL): bindig, zähplastisch, klebrig, gut form- und ausrollbar, schwach glänzende Reibflächen, meist nur wenige oder keine Sandkörner sicht- und fühlbar, sehr viel Feinsubstanz
  • Ton (T): bindig, stark plastisch, klebrig, gut form- und ausrollbar, glänzende Reibeflächen, keine Sandkörner fühlbar
    • sandiger Ton (sT): bindig, zähplastisch, klebrig, gut form- und ausrollbar, schwach glänzende Reibflächen, weniger Sandkörner sicht- und fühlbar, sehr viel Feinsubstanz
    • schluffiger Ton (uT): bindig, zähplastisch, klebrig, gut form- und ausrollbar, schwach glänzende Reibflächen, meist nur wenige oder keine Sandkörner sicht- und fühlbar, sehr viel Feinsubstanz
    • lehmiger Ton (lT): Bindigkeit und Formbarkeit wie sandiger Ton, aber etwas stumpfer (mehr schmierig-mehlig), Sandkörner nicht oder kaum sicht- und fühlbar, sehr viel Feinsubstanz

Einzelnachweise


Literaturverzeichnis

  • Schumann, F. (1998): Weinbaulexikon. Meininger Verlag GmbH, Neustadt an der Weinstraße: 294 Seiten, ISBN 3-87524-131-2.

Weblinks