Blattdüngung

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Blattdüngungsmaßnahmen sind geeignet, latenten und akuten Nährstoffmangel zu beheben. Dieser kann verursacht werden durch echten Mangel oder Festlegung im Boden, blockierte Wurzelaufnahme, gestörte Nährstoffleitung in der Pflanze und physiologische Störungen. Die Nährstoffaufnahme durch die Blätter ist besonders effektiv bei organischen, nicht dissoziierten Molekülen, wie Harnstoff und chelatisierten Nährstoffen. Weiterhin wird die Aufnahme durch eine gleichmäßige Verteilung auf der Laubwand und bei Ausbringung bei bedecktem Wetter oder in Abendstunden verbessert. Junge Blätter, insbesondere vor der Rebenblüte, nehmen Nährstoffe besser auf als ältere. Wiederholte Anwendungen verbessern den Erfolg. Die Verbrennungsgefahr wird gemindert durch Begrenzung der Anwendungskonzentration und Beachtung der Mischbarkeit mit Pflanzenschutzmitteln, Pflanzenpflegemitteln und verschiedenen Blattdüngern, sowie durch das Unterlassen der Applikation während der Rebenblüte und bei extremer Hitze.

Einsatzgebiete der Blattdüngung

Wichtige Einsatzgebiete der Blattdüngung sind schlecht wachsende Jungfelder und Ertragsweinberge, die unter Bodentrockenheit, zu stark konkurrierender Begrünung oder zu hoher Ertragsbelastung leiden. Zur kurzfristigen Behebung von Rebchlorose sind Eisenchelate geeignet. Hier hat sich eine frühzeitige und wiederholte Anwendung bewährt. Bei Überkonzentration oder Applikation auf feuchte Blätter besteht Verbrennungsgefahr. Magnesiumhaltige Blattdünger dienen in Verbindung mit einer N-Reduzierung zur Vorbeugung von Stiellähme. Bei häufigerem Auftreten von Stiellähme sollten die Kali- und Magnesiumgehalte im Boden überprüft werden. Außerdem ist das Stickstoffangebot für die Reben zu reduzieren.

Es empfiehlt sich eine Anwendung zur Zeit des Traubenwachstums. Eine gute Benetzung der Trauben, insbesondere des Stielgerüstes, ist erforderlich. Engpässen der Stickstoffversorgung über den Boden kann mit N-haltigen Blattdüngern wirkungsvoll begegnet werden. Die Anwendung kann mehrmals vor und nach der Blüte bis zur Traubenschlussspritzung erfolgen.

Blattdünger für den Weinbau

ACHTUNG: Die Tabelle mit Produkten ist derzeit in Überarbeitung.

Einzelnachweise


Literaturverzeichnis

  • Ziegler, B. (2014): Blattdüngung. Rhodt unter Rietburg (ehemaliger Spezialberater für Bodenpflege und Düngung der Abteilung Weinbau & Oenologie (Gruppe Weinbau), Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, Neustadt an der Weinstraße).
  • Broschüre Rebendüngung. Herausgegeben vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, Neustadt an der Weinstraße, S. 36-39